Gönül unterwegs - Besuch in der Arabischschule

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Ich habe am 8.12.2007 die Arabische Schule, die von der Deutsch-Libanesischen Gemeinde e.V. im Jahre 1999 ins Leben gerufen wurde, besucht. Die Räume werden vom Familientreffpunkt der Kiezoase e.V. in der Kurmärkische Straße Ecke Frobenstraße gegen geringes Entgelt zur Verfügung gestellt.

Jeden Samstag finden in mehreren Stufen Arabischkurse sowohl in Kinder- als auch in Erwachsenen Klassen statt. Es unterrichten 4 Lehrerinnen und 2 Lehrer ehrenamtlich. Ein Direktor und ein Küchenhelfer sind auch jeden Samstag im Einsatz. Die Schule wird zur Zeit von 95 Schülerinnen und Schülern besucht.

Der Vorstandsvorsitzende der Deutsch-Libanesischen Gemeinde, Hassan Hakam, wies ausdrücklich auf die säkulare Unterrichtsweise an der Schule hin. Das heißt, dass keinerlei Religionsthemen gelehrt werden. Herr Hakam vertritt die Meinung, dass das Erlernen der Muttersprache ein wichtiger Grundstein ist, um die Kultur der Eltern kennen zu lernen. Somit wäre auch eine bessere Integration auf gleicher Augenhöhe in der neuen Heimat Deutschland möglich. Dadurch wird zudem die Überwindung der Identitätskrise bei den Kindern erleichtert. Ich wusste sofort, wovon er redet, da die türkischen Kinder mit denselben Problemen zu tun haben.

Ich durfte sogar während des Unterrichts die Klassen besuchen und habe gesehen, wie konzentriert und diszipliniert die Kinder dem Unterricht folgten. Mir ist aufgefallen, wie sich alle Mitarbeiter motiviert und immer mit einem Lächeln für diese ehrenamtliche Arbeit engagierten.

Während ich im Büro saß und mit Herrn Hakam sprach, kamen Eltern, die kompetente Beratung beim jungen Direktor erhielten oder zusammen mit ihm irgendwelche Formulare ausfüllten. Gleichzeitig bereitete ein Mitarbeiter in der Küche leckere Pausenbrote für die Kinder vor. Die Schüler bekommen nämlich in den Pausen etwas zu essen und trinken. Die Pause wurde mit einer Handglocke eingeläutet. Das hat mich an meine Schulzeit in der Türkei erinnert. Den Schülern war die Freude und der Spaßfaktor deutlich anzusehen.

Also eine wirklich gelungene Sache!!! Dieses Projekt hat nach meiner Auffassung große Anerkennung und Unterstützung verdient.

Herr Hakam hat mir jedoch berichtet, dass die Schülerzahlen bald auf ca. 140 Schülerinnen und Schüler ansteigen werden. Die Nachfrage ist groß! Deshalb würden die derzeitigen Räumlichkeiten nicht mehr ausreichen. Am liebsten wären ihnen eigene Räume, damit die Schüler mehr als einmal pro Woche betreut werden könnten. Es würde auch reichen, wenn sie renovierungsbedürftige Räumlichkeiten vom Bezirksamt bekommen könnten. Diese Renovierung würde der Verein aus eigenen Mitteln finanzieren.

Der Verein möchte in Zukunft z.B den Kindern auch Hausaufgabenhilfe für die reguläre deutsche Schule und Unterricht in arabischer Musik anbieten. Als einen wichtigen Bestandteil
ihrer Arbeit will der Verein die Mütterkurse in Kinderziehung auch zukünftig zur Verfügung stellen.

Ich habe wieder einmal die Feststellung gemacht, dass die Wünsche und Vorstellungen oder auch die Problemstellungen von Migranten in vielen Punkten Gemeinsamkeiten aufweisen.

Als ich zum Abschluss mit einem kleinen Geschenk und einem Blumenstrauß bis zur Tür begleitet und verabschiedet wurde, freute ich mich ganz besonders über diese Form der orientalischen Gastfreundlichkeit.

Ihre Gönül Glowinksi

Gönül Glowinski in der Arabischschule
Gönül Glowinski in der Arabischschule
Gönül Glowinski in der Arabischschule

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